Kapitalanleger – Wenn Donald Trump die Wahlen gewinnt, gehen die Börsen nach unten, oben oder bleiben, wie sie sind. Das Gleiche wird im Falle eines Wahlsiegs von Hillary Clinton erwartet. Wer spricht welche Bevölkerungskreise an und wie wird das Ausland reagieren?

Noch nie in der Geschichte der Vereinigten Staaten hatte man die Wahl zwischen zwei so unbeliebten Präsidentschaftskandidaten wie diesmal. Es ist ein Armutszeugnis, dass die größte Wirtschaftsmacht der Welt nichts Besseres zu bieten hat. Gerade deshalb gibt es verschiedentlich sehr widersprüchliche Annahmen hinsichtlich der Auswirkungen des Wahlausgangs auf die internationalen Börsen. Beide Kandidaten sind mit der amerikanischen Wirtschaft auf die eine oder andere Weise verbunden. Um es einmal sehr polarisierend darzustellen: Trump ist gut für die Waffen- und Verteidigungsindustrie, Clinton wird sich stärker auf Infrastruktur, Energiepolitik und Gesundheitswesen konzentrieren. Antriebskräfte gehen von beiden aus, allerdings dürften die sektoralen Entwicklungen unterschiedlich verlaufen.

Selbst wenn es zu kurzfristigen heftigen Kursreaktionen weltweit kommt, mittel- bis langfristig werden die Auswirkungen gering sein. Lediglich der Unsicherheitsfaktor und damit die Volatilitäten dürften mit einem Wahlsieg von Trump deutlich zunehmen.

Was kann und sollte ein Kapitalanleger in einer solchen Situation tun? Auf jeden Fall Ruhe bewahren und gegebenenfalls Chancen nutzen, sollten sich gute Einstiegsmöglichkeiten für Wertpapiere bilden, vielleicht schon in der zweiten Novemberhälfte. Relativ stabile Entwicklungsmöglichkeiten bieten Konsumwerte, Infrastrukturinvestments, Technologie und das Gesundheitswesen. Diese Sektoren stehen weltweit unter dem Einfluss großer demographischer Veränderungen.

Erinnern Sie sich: Politische Börsen haben kurze Beine, d. h. bald wird man wieder zur Tagesordnung übergehen.

Mit besten Grüßen,

Tobias Klostermann

 

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